Parodontologie

Tätigkeitsschwerpunkt Parodontologie, Dr. Oliver Gaa

Parodontitis ist ein meist schmerzloser Entzündungsprozess des Zahnhalteapparats. Parodontologie ist ein ernst zu nehmender Risikofaktor für Ihre Gesundheit, den Sie durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen rechtzeitig erkennen können. Patienten mit schwerer c können durch eine in unserer Praxis durchgeführte Behandlung und Betreuung Zahnverlust und somit eine Implantation oder Zahnersatz vermeiden.

DNS Labortestverfahren
DNS Labortestverfahren

Ursachen für die Parodontitis sind neben einer entsprechenden Veranlagung, eine unzureichende Mundhygiene und bestimmte Bakterien, die durch spezielle labortechnische Verfahren nachweisbar sind. Bei der Parodontitis baut sich der Alveolarknochen bzw. Zahnhalteapparat um den Zahn herum ab. Die Folge: der Zahn wird nach und nach locker und fällt irgendwann aus. Darüber hinaus beeinflusst die Parodontitis den Verlauf verschiedener Allgemeinerkrankungen in negativer Weise.

Raucher unterliegen einem besonders hohen Risiko an Parodontitis zu erkranken. Wenn Sie Diabetiker sind, oder an einer Herz-Kreislauferkrankung leiden, ist Parodontitis für Sie ein besonders hohes Gesundheitsrisiko. Diskutiert werden auch Zusammenhänge zur rheumatoiden Arthritis und anderen Allgemeinerkrankungen wie bspw. obstruktiven Atemwegserkrankungen. Der im Blut nachweisbare Entzündungsmarker C-reaktives Protein (CRP) lässt sich durch eine erfolgreiche Parodontitisbehandlung absenken.

Folgende Qualitätskriterien sind auf einer Bewertungsskala von A+ bis C durch die Parodontitis – Therapie zu erreichen:

Behandlungsziele in der Qualitätsstufe A+

  • Keine Sondierungswerte > 4 mm
  • Minimales Bluten auf Sondieren (< 10%)
  • Keine sichtbaren harten oder weichen Belage
  • Ästhetisch befriedigende Parodontalverhältnisse
  • Individuell optimale Okklusion
  • Patient ist Nichtraucher oder erfolgreich vom Rauchen entwöhnt

Akzeptabel sind auch Behandlungserfolge mit der Qualitätsstufe A

  • Keine Sondierungswerte > 5 mm
  • Kein Pusaustritt
  • Gelegentliches Bluten beim Sondieren (≤ 25%)
  • Niedriger Plaquebefall (≤ 30%)
  • Schmerzfreiheit
  • Befriedigende Okklusion
  • Patient hat das Rauchen reduziert

 

Die Systematische Parodontitistherapie und deren Ablauf in unserer Praxis

1. Systemische Phase

Allgemeinmedizinische Aspekte sollten von Beginn an in der Behandlung berücksichtigt werden. Die Zusammenarbeit mit Ihrem Hausarzt oder Internisten, kann vor allem bei Patienten mit schwerer Parodontitis sinnvoll sein. Ein großes Blutbild liefert bspw. Informationen über eine Leukozyten Linksverschiebung. Auch ein Mangel an Nährstoffen bedingt durch eine unzureichende Ernährungssituation, kann im Vorfeld abgeklärt werden. Erkrankungen wie Diabetes Mellitus, oder Rheumatoide Arthritis beeinflussen die zahnärztliche Behandlung von Parodontitis – Patienten von Beginn an. Neben einer sorgfältigen Inspektion der Zähne, werden zu diesem Zeitpunkt auch Röntgenaufnahmen angefertigt und es wird entschieden ob ein mikrobiologischer Test zur Bestimmung bestimmter Bakterien in den Zahnfleischtaschen sinnvoll ist.

DNA Labortest
DNA Labortest

2. Perfekte Hygiene – Hygienephase und Initialbehandlung

Eine wichtige Voraussetzung für den Behandlungserfolg ist effektives und regelmäßiges Reinigen der Zähne. Durch die Vermittlung entsprechender Techniken, helfen wir Ihnen, Ihre Mundhygiene zu optimieren. Der grundlegende Ablauf Ihrer Behandlung richtet sich nach dem international gültigen parodontalen Screeningindex (PSI), mit dem der Schweregrad der Erkrankung und die grundsätzlichen Aspekte der Therapie bestimmt werden.
Zunächst werden so genannte Vorbehandlungssitzungn durchgeführt, in denen Ihr Mundhygienestatus objektiv gemessen wird und professionelle Zahnreinigungen erfolgen. Diese Sitzungen werden von einer speziell ausgebildeten Fachkraft in unserer Praxis durchgeführt. Danach erfolgt das sogenannte Scaling und Rootplaning (SRP). Dabei werden der Zahnstein unter dem Zahnfleischrand und der bakterielle Biofilm in den Zahnfleischtaschen entfernt. In einigen Fällen kann hier die zusätzliche Gabe von Antibiotika sinnvoll sein. Vor allem wenn die Bakterien Aggregatibacter actinomycetemcomitans und Porphyromonas gingivalis in der Mundhöhle vorhanden sind.

3. Reevaluation nach dem ersten Behandlungsabschnitt der Parodontologie

Während man in den meisten anderen Praxen jetzt den Patienten sich selbst überlässt, erfolgt bei uns nach ca. 10 Wochen, gemäß den qualitativen Standards der Parodontologie, eine sehr sorgfältige Nachkontrolle, die so genannte Reevaluation, des bisherigen Behandlungserfolgs. Noch nicht zufriedenstellend ausgeheilte Taschen, werden einer weiteren Behandlung zugeführt, um die Qualitätsstufen A+ bzw. A zu erreichen. Dies geschieht in der so genannten korrektiven Phase der Behandlung.

4. Parodontologie: Korrektive Phase

Kleiner Eingriff, große Wirkung – parodontale Regeneration und Reparation

In einigen Fällen in denen die angestrebte Taschentiefe von 4 mm noch nicht erreicht ist, ist es sinnvoll, Knochen bzw. den durch Parodontitis verloren gegangenen Zahnhalteapparat zu regenerieren, also wieder herzustellen. Dazu ist ein kleiner mikrochirurgischer Eingriff notwendig: ein so genanntes Schmelzmatrixprotein oder auch eigene Knochensubstanz wird an der erkrankten Stelle eingebracht und leitet dann eine Neubildung von Knochen und Zahnhalteapparat ein, um so die Taschentiefe weiter zu reduzieren.

Im Folgenden ist der schematische Ablauf dargestellt:

Grafiken mit freundlicher Genehmigung der Fa. Straumann

5. Wenn es nicht anders geht – Parodontalchirurgie zur Tascheneliminierung

In einigen Fällen ist eine parodontale Regeneration nicht mehr möglich. In unserer Praxis wenden wir in diesen Fällen unter Anderem den apikalen Verschiebelappen in der Fibreretention Osseous Resective Surgery Technik an. Oftmals wird diese Technik in Verbindung mit einer moderaten Ostektomie bzw. Osteotomie des Knochens (sog. Ramping) angewendet. Eine Odontoplastik, Tunnelierung der Molarenfurkation, sowie eine Wurzelamputation oder Prämolarisierung ergänzen diese Verfahrensweise je nach individueller Patientensituation.
Bei einigen Patienten mit schwerer Parodontitis (Parodontologie) kann diese Form der Parodontalchirurgie erforderlich sein, um eine Reduktion der Zahnfleischtaschentiefe und eine vernünftige Hygienefähigkeit der Zähne zu erzielen.

6. Erfolg sichern – Parodontale Erhaltungstherapie (PET/SPT)

Um Ihren Behandlungserfolg zu sichern, sind regelmäßige Nachkontrollen und professionelle Zahnreinigungen unumgänglich. Ohne die Erhaltungstherapie ist eine nachhaltig erfolgreiche Parodontitistherapie heute nicht mehr denkbar. Hierfür sind zwischen 2 und 4 Termine im Jahr notwendig. Die Anzahl der Termine wird von uns nach den Prinzipien des „Periodontal Risk Assessment (PRA) for Patients in Supportive periodontal Therapy“ nach Lang und Tonetti bestimmt. Die Nachsorgesitzungen beinhalten eine professionelle Zahnreinigung, aber auch Kontrollmessungen der Taschentiefen und Entzündungsparameter. Aktive Zahnfleischtaschen werden unter Anästhesie gereinigt. Hier können zusätzlich auch lokalantibiotische Medikamente eingesetzt werden, um das Behandlungsergebnis zu verbessern. Damit Sie diese wichtigen Termine nicht vergessen, können wir Sie regelmäßig durch unseren Erinnerungsservice an Ihre Termine erinnern.

Lokalantibiotika
Lokalantibiotika

Parodontologie: Hilfe bei freiliegenden Zahnhälsen – Plastisch ästhetische Parodontalchirurgie

Bei freiliegenden Zahnhälsen kann ein kleiner Eingriff aus ästhetischen oder funktionellen Gründen sinnvoll sein. Gründe dafür, dass sich das Zahnfleisch stark zurückzieht können falsche Putztechnik, aber auch Zähneknirschen sein. Behandlungsmöglichkeiten sind die Tunneltechnik und der koronale Verschiebelappen mit oder ohne freiem Bindegewebs-transplantat, mit dem sich der ursprüngliche Zahnfleischverlauf wieder herstellen lässt. Wir informieren Sie gerne über Möglichkeiten und Kosten.

Koronaler Verschiebelappen – Grafiken mit freundlicher Genehmigung der Fa. Straumann

Die Bilder zeigen Vorher-/Nachhersituation eines parodontalchirurgischem Eingriffes zur ästhetischen Zahnfleischkorrektur (koronaler Verschiebelappen mit Bindegewebstransplantat).

Weitere parodontalchirurgische Eingriffe die wir in unserer Praxis durchführen:

Mukogingivalchirurgie

Freies Schleimhauttransplantat, FST. Verbreiterung der befestigten Gingiva um Zähne und Implantate, zur Beseitigung eines entzündungsbedingten, mukogingivalen Traumas an Zähnen und Implantaten unter Verwendung eines freien Schleimhauttransplantates.

Präprothetische Parodontalchirurgie

Kronenverlängerung bei kariös, stark zerstörten Zähnen um eine Überkronung des Zahnes möglich zu machen und die biologische Breite zu erhalten.

Ästhetische Kronenverlängerung am Zahn

Gummysmile – Behandlung zur Korrektur der Rotweißästhetik bei zu großem, sichtbarem Zahnfleischanteil.